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Der Erfinder der Internet-Störche Winfried Böhmer, ehemaliger Kraftwerker in Vetschau
Im Braunkohlenausschuss vertreten Sie den Naturschutzbund. Was sind beim NABU Ihre Arbeitsschwerpunkte? Vor allem der Storchenschutz. Gleich nach der Wende
haben wir in Vetschau das Weißstorch-Informationszentrum
der Niederlausitz aufgebaut. Neben der Dauerausstellung
sind vor allem unsere „Internetstörche“
bekannt – seit 1997 gibt es im Netz die Direktübertragungen
aus unserem Storchennest. Seit inzwischen
35 Jahren beschäftige
ich mich auch mit dem Vogelschutz
an Stromleitungen. Sie haben selbst im Braunkohle-Kraftwerk gearbeitet. Wann war das? Das war sehr lange. Ich habe im Kraftwerk Hirschfeld in
der Oberlausitz von 1957 an gelernt, 1963 bin ich nach
Vetschau gekommen, wo ich bis 1996 im Kraftwerk gearbeitet
habe. Als Betriebsratsmitglied habe ich auch die
Sozialpläne in den 90ern noch mit ausgehandelt. Warum haben Sie die „Seiten gewechselt“? Die Erkenntnisse und Erfahrungen, die ich in der Kohle
gemacht habe, ließen mich schon in zu DDR-Zeiten zum
Umweltschützer werden. Zum Beispiel ist meine Schwester
in der Gegend von Leipzig zweimal für den Tagebau
umgesiedelt worden. Es gab damals schon einen Umweltausschuss
in der Stadt, auch verschiedene Gremien im
Kraftwerk selbst, so zur Pilotanlage für die SO2-Abscheidung.
Ich war damals schon ziemlich berüchtigt.
Die Schwerpunkte waren natürlich saurer Regen und
Waldsterben.
Vor allem auch die Verschwendung von
Energie brachte mich zu der Erkenntnis, dass es so
nicht weitergehen kann. So wurde ich sofort nach der
Wende Gründungsmitglied der Grünen Partei der DDR.
Vorher war ich nie in einer Partei gewesen, aber ich
habe gemerkt, in der neuen Gesellschaft muss man sich
politisch einbringen, wenn man was bewegen will.
Von Mitte 1996 bis Ende 2002 habe ich dann das
Regionalbüro
Lausitz der Bundestagsfraktion geleitet. Sie arbeiten im Kreistag des Oberspreewald- Lausitz-Kreises. Dort hat man mit dem aktiven Bergbau gar nicht so viel zu tun, oder? Das ist richtig, aber mit den Hinterlassenschaften
des Bergbaus. Ich habe mich für die Ausweisung von
Naturschutzflächen in der Bergbaufolgelandschaft
stark gemacht, da ist auch schon sehr viel passiert.
Ein großes Problem bleibt aber die Wasserqualität der
Restseen. Auch dass die Ufer zugänglich bleiben und
die Kommunen mit der Übernahme der Seen nicht überfordert
werden, sind Themen in meiner Kreistagsarbeit. Was bedeutet für Sie „Energieregion Lausitz“? Eine Region, die sich die Potenziale der Erneuerbaren
erschließt und Ideen für Effizienz und Einsparung entwickelt.
Beim Thema Kohle stehe ich für den Ausstieg.
Große Reserven sehe ich zum Beispiel noch in der
Geothermie, wo bisher noch nicht so viel getan wird.
In Themen wie Elektrofahrzeuge und Brennstoffzellen
müssen noch Forschungskapazitäten gesteckt werden.
Forschung, Entwicklung und Nutzung all dieser Dinge
in der Lausitz sollten die Energieregion ausmachen. Visionen haben - Netzwerk knüpfen - Handeln anregen |
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